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Irreführender Diskussionsbeitrag zur GemeinschaftsschuleIrreführender Diskussionsbeitrag zur Gemeinschaftsschule Rechtzeitig vor Ende des Elternbefragungszeitraums am 31.01. hat sich der Schulleiter der Realschule Much, Herr Schüller, mit einem Beitrag im Mitteilungsblatt vom 11.02. zu Wort gemeldet. Überschrieben ist sein Beitrag mit „Neue überraschende Fakten zur Gemeinschaftsschule in Much“. Befremdlich an den vorgestellten „Fakten“ ist, dass es sich überhaupt nicht um Fakten handelt, sondern um drei Behauptungen, die allesamt nachweislich unwahr und falsch sind. Im einzelnen behauptet Herr Schüller, auf der Informationsveranstaltung am 07.02. hätten sich 2 neue Fakten ergeben, nämlich 1. „viele gute Pädagogen werden Much verlassen müssen“, weil nur wenige der Lehrer der Hauptschule und der Realschule, die sich auf die Gemeinschaftsschule bewerben, die Chance hätten, übernommen zu werden und 2. dass im Falle eines Scheiterns der Gemeinschaftsschule „Much keine weiterführenden Schulen mehr hätte“. 3. Zusätzlich behauptet Herr Schüller, dass nach Einführung der Gemeinschaftsschule die Gemeinde Much durch hohe Kosten für den Schülerspezialverkehr belasten würde ,die …„heute überhaupt noch keiner überblicken“ könne, weil Kinder, die nach dem Willen ihrer Eltern lieber eine Haupt- oder Realschule in einer Nachbargemeinde als die Mucher Gemeinschaftsschule besuchen würden, auspendeln müssten. Zu 1.: Richtig ist lediglich, dass die bewährten Lehrer nicht automatisch übernommen werden, sondern sich auf die neue Schulform bewerben müssen. Das ist nicht neu, sondern wurde schon auf der Ratssitzung am 17.11.10 geklärt. Dort – und auch am 10.01.11 - wurde auch von den zuständigen Stellen erklärt, dass es keinen Grund gebe, warum die überwältigende Mehrzahl der bisherigen Lehrerinnen und Lehrer nicht übernommen werden sollte. Am 7.2. wurde lediglich nochmals verdeutlicht, dass die Gemeinschaftsschule zunächst aus nur einem Schuljahr, dem 5., besteht und dann Jahr für Jahr um eine weitere Jahrgangsstufe anwächst. Auch das ist längst bekannt. Daher startet die neue Schule nur mit 9 oder 10 Lehrern (mehr sind für einen Jahrgang nicht nötig). Daher können im ersten Jahr auch nur 9 oder 10 Lehrkräfte angenommen werden. Sollten sich mehr als 10 Kollegen bewerben, können diese im ersten Jahr natürlich nicht angenommen werden. Sie müssen aber nicht, wie Herr Schüller behauptet, Much verlassen, sondern werden in den Folgejahren je nach Aufstockung des Kollegiums berücksichtigt. Zu 2.: Die Behauptung, Much laufe Gefahr, nach 6 Jahren ohne weiterführende Schule da zu stehen ist absolut abwegig. Much stünde nur dann ohne weiterführende Schule da, wenn es überhaupt kein Bedürfnis für irgendeine Schule gäbe. Ansonsten sind die Gemeinden nach dem Schulgesetz verpflichtet, im Rahmen ihrer Schulentwicklung entsprechende Schulen einzurichten. Dies weiß auch Herr Schüller natürlich. Im übrigen ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wieso die Mucher Gemeinschaftsschule scheitern sollte. Richtig ist, dass sie zunächst als Schulversuch eingerichtet wird. Das heißt aber doch nicht, wie immer wieder suggeriert wird, dass an den Mucher Kindern neue Unterrichtsmodelle zum gemeinschaftlichen Unterricht, die es bis jetzt nirgends gibt, ausprobiert werden. Diese Unterrichtsformen gibt es längst – in anderen Bundesländern und anderen Staaten mit erfolgreichen Schulsystemen – und auch in Much muss das Rad diesbezüglich nicht neu erfunden oder ausprobiert werden. Nicht deswegen handelt es sich um einen „Schulversuch“, sondern weil eine Änderung des Schulgesetzes, das eine Gemeinschaftsschule in der beabsichtigten Form bisher nicht vorsieht, durch die derzeitigen Mehrheitsverhältnissen im Landtag nicht möglich ist. Daher kann – aus rein rechtlichen Gründen – eine neue Schulform nur als „Schulversuch“ eingerichtet werden, der eben bestimmten Regularien unterliegt. Zu 3.: Es ist falsch, dass die „zusätzlichen hohen Kosten durch eventuelle Auspendler “heute überhaupt noch keiner überblicken“ könne. Diese Kosten sind sehr wohl überschaubar. Sie werden genau null Euro betragen. Die Kosten für den Schülerverkehr sind nämlich vom jeweiligen Schulträger zu übernehmen, d.h. von den Gemeinden, in denen die betreffenden Schulen liegen. Dies weiß Herr Schüller natürlich, ebenso wie er weiß, dass die Gemeinde Much bisher durch die 50% Auspendler an die umliegenden Gymnasien nicht belastet wird. Deren Zahl wird sich – unabhängig von den Kosten – erheblich reduzieren, wenn in Much Abitur möglich ist. Überhaupt werden künftig – im Gegensatz zu heute - Eltern nicht mehr gezwungen sein, ihr Kind zur Schule auspendeln zu lassen. Es ist natürlich davon auszugehen, dass Herrn Schüller auch bekannt ist, dass seine beiden anderen Behauptungen nicht stimmen. Ebenso irritierend ist, dass er in seinem Beitrag den drei Schulleitern der Grundschulen die Kompetenz abspricht, die Eltern ihrer Schulkinder angemessen zu beraten. Dies allein ist ein unerhörter Vorgang, den wir bisher nicht für möglich gehalten hatten. Wir sind allerdings davon überzeugt, dass sich die betroffenen Eltern durch die genannten Fehlinformationen nicht zusätzlich verunsichern lassen. Diese Überzeugung gewinnen wir aus einem Beitrag der Schulpflegschaften der Haupt- und Realschulen, die sich im selben Mitteilungsblatt engagiert, sachlich, kritisch und detailreich mit der Situation auseinandersetzen und ihre konstruktive Mitwirkung am Projekt Konzeptvorbereitung ankündigen. Auf die Zusammenarbeit mit den Eltern freuen wir uns. Gemeinsam zum Wohle der Mucher Kinder die Zukunft gestalten. Ihre SPD Much |
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